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Donnerstag, 11. Juni 2026

Nachhaltiger Tourismus auf Bali: Ein Ausbildungsprojekt für junge Talente

Die Inselregierung von Teneriffa setzt sich für die Ausbildung junger Fachkräfte im nachhaltigen Tourismus auf Bali ein. Ein Schritt, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen birgt.

Clara Fischer//2 Min. Lesezeit

Ich bin skeptisch gegenüber dem neuesten Bildungsprojekt der Inselregierung von Teneriffa, das darauf abzielt, elf junge Fachkräfte für nachhaltigen Tourismus auf Bali auszubilden. Das klingt zunächst nach einer lobenswerten Initiative, doch ich frage mich, ob das wirklich der richtige Weg ist, um die Herausforderungen im Tourismussektor zu meistern. Was wird mit der Komplexität des nachhaltigen Tourismus in einer so speziellen Region wie Bali getan?

Erstens stellt sich für mich die Frage, ob man tatsächlich von einer so weit hergeholten Initiative profitieren kann. Warum ausgerechnet Bali? Natürlich ist die indonesische Insel ein Magnet für Touristen und hat in den letzten Jahren viel über nachhaltige Praktiken gelernt. Doch sollte die Ausbildung nicht eher lokal stattfinden, um den Menschen vor Ort direkt zu helfen? Teneriffa selbst hat genügend eigene Herausforderungen im Bereich des nachhaltigen Tourismus, die nicht ignoriert werden dürfen. Wie viel von diesem Wissen wird überhaupt zurückfließen?

Zweitens gibt es da die Frage der echten Nachhaltigkeit. Die Ausbildung von elf Fachkräften kann eine positive Entwicklung darstellen, aber allein die Anzahl wirft Fragen auf. Wie viel Einfluss kann eine kleine Gruppe auf eine Industrie haben, die so groß und komplex ist? Und noch wichtiger: Welche konkreten Maßnahmen müssen nach der Ausbildung ergriffen werden, damit das Gelernte nicht in Vergessenheit gerät? Ich befürchte, dass die Regierung sich mehr auf die Außenwirkung dieser Initiative konzentriert, und dabei die reale Umsetzung der gelernten Prinzipien zu kurz kommt.

Ein potenzieller Gegenstand der Kritik ist der Ansatz der Inselregierung, die Lösung für das Problem des Tourismus anderswo zu suchen, anstatt sich um die eigene Insel zu kümmern. "Es wird schon helfen, wenn wir die Theorie im Ausland lernen", könnte man argumentieren. Doch ich bin mir nicht sicher, ob der theoretische Ansatz allein ausreicht. Der Tourismussektor ist proaktiv; er erfordert kreative, lokale Lösungen und ein tiefes Verständnis der kulturellen Dynamiken. Gibt es nicht bereits genügend lokale Talente auf Teneriffa, die für das Thema sensibilisiert werden können?

In meiner Sicht ist es wichtig, dass wir unsere Ressourcen realistisch und lokal nutzen, anstatt sie für Auslandsprojekte aufzuwenden, die möglicherweise nicht die gewünschte Effektivität erreichen. Hier muss die Inselregierung von Teneriffa umdenken und die Ausbildung von Fachkräften in der Region priorisieren. Nur so können diese Menschen ihre Gemeinden aktiv mitgestalten und echten, nachhaltigen Fortschritt erzielen.

Der Eindruck, dass dieses Projekt mehr darüber aussagt, wie wir nach außen hin wirken wollen, als über echte Veränderungen, bleibt bestehen. Wo bleibt der Fokus auf konkrete lokale Lösungen für die Herausforderungen, die uns direkt vor der Haustür begegnen? Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns mit den eigenen Problemen beschäftigen, bevor wir die Wunderwelt des nachhaltigen Tourismus in anderen Ländern bewundern.